Schlagwort-Archive: Jimi Hendrix
Imbolc – First Fullmoon Night
Feel like making love
I’m a Man
Jimi Hendrix – Live In Woodstock ’69
Stone Free
Manic Depressions
The Third Stone From The Sun
Purple Haze
Dedicated to Jimi
Erotic Blues
AUS: DIE GÖTTIN IN DER SCHULE | BURCADO NOWAK | COVER: ANETTE & HERBERT TILLMANN – ANGEL NUMBER THREE
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Erotic Blues
Musik mag ich, wenn sie tanzbar ist. Blues vom Feinsten, frisch gepresst, habe ich in dieser Woche in einem Göttingen Geschäft mit drei Buchstaben gefunden. Eigentlich wollte ich frohen Herzens nur mit Sally Oldfields Water Bearer glücklich nach Hause gehen; fand noch Miten und Deva Premals Strenght Of A Rose, bezahlte und ging meinen Weg.
Verführung kann auf viele Weisen geschehen. Diesmal erwischte es mich kurz vor dem Ausgang. Ich hörte Klänge, wie ich sie aus den siebziger und achtziger Jahren kannte. Jimi Hendrix im Kellergewölbe? Joe Satriani auf dem Treppengeländer? Stevie Ray Vaughan an der Kasse? Gary Moore flirtend im Lager? Rory Gallagher auf der Balustrade?
„Ich kann’s nicht fassen,“ dachte ich mir und blieb andächtig stehen. Zum ersten Mal in meinem Leben, dass ich mich in guter Gesellschaft befunden habe, mit Männern, die das Leben zu nehmen wissen und geben, was sie dem Leben zu geben haben.
Der erste Mann, der mich in meinem Leben verführt hat, jedenfalls meine Ohren und Füße, heißt Joe Bonamassa. Der Sound ist so toll, dass ich mich wie in einer guten Liebesgeschichte auf ihn gefreut habe und ihn warten ließ. Zunächst verwöhnte mich Sally bei der Digitalen Dunkelkammerarbeit, und als sie nicht mehr konnte, habe ich, unersättlich wie ich bin, den spirituellen Drive mit Miten und Premal gefunden. The Ballad Of John Henry wartete geduldig auf mich.
„Männern mit Selbstbewusstsein macht das nichts aus,“ sagte Joe, und nicht nur seine Stimme klang dabei authentisch. Heute morgen war meine Bude sturmfrei, ich schaute nach Joe und John, fand die beiden eng mit Plastik umschlungen auf meinem Schreibtisch, riss sie auseinander, schob sie ins CD-Fach, pegelte, ihr wisst schon wohin, und tanzte. Zwanzig Minuten lang, ohne Unterbrechung.
Mein Verstand, den ich gerne abschalte, jedenfalls in solchen Situationen, mischte sich ein und flüsterte in mein Ohr: „Wow. Lyric Blues. Gut fürs erste Chakra. Bewegt gleichzeitig die Energie ins Herzchakra.“ Beim letzten Stück wusste ich, dieser Blues hat ab sofort einen neuen Namen: EROTIC BLUES. Männlich, lyrisch, sexy. Das ist es, was das männliche Blut in Wallung bringt. Profan ausgedrückt. Treppenhausmusik à la Carte, Schubkarrenspiele mit Drive, Küchenarbeit mit Untermalung. Nur die armen Kirchgänger, was hören die? Ach ja, meine neue Freundin nimmt ihren Walkman mit. Mit offenen Lippen presst sie ihre Knie zusammen.
Und wie ich Joe Bonamassa kenne, macht sie das nicht nur einmal.
