Labskaus für die Ohren

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LABSKAUS ist ein ostfriesisches Essen, das, wie ich es kenne, sehr umfangreich ist und aus unterschiedlichen Spezialitäten besteht; alles, was Labskaus ausmacht, schmeckt wohltuend, leckerer Kartoffelbrei mit Rindfleisch garniert, Rote Beete und Spiegelei, vielleicht noch eine Gurke, je nach den Kochkünsten grob oder fein im Geschmack, wohlaussehend, wenn man dieses Allerlei mag.

Kein Feinschmeckeressen auf einem Teller von 24 Zentimeter Durchmesser mit einem kleinen Etwas mittenmang für 120 Euro, sondern wirklich nährend, solange was in der guten Küche ist. Und falls mal jemand unverhofft zu  Besuch kommt, so stellt auch dies kein Problem dar.

Irgendwie war der gestrige Abend eine großes musikalisches Labskausessen à la Carte; ich habe längst vergessene Stücke wiedergefunden wie Gerdundula von Status Quo oder Jig-A-Jig von East of Eden. Eine Idee führte zu Mari Boine und ließ mich dann zu Jan Garbarek weiterwandern. Zahlreiche Gäste kamen hinzu und brachten ihre Speisen mit – genug zum Sattwerden für die kommende Woche.

Irgendwie bin ich für uns ein Jäger und Sammler geworden; und meine Seele deutet an, daß es langsam Zeit wird, mir ein wenig Ruhe zu gönnen. Je dunkler und kälter es draußen wird, desto mehr Freude habe ich, nach Innen zu gehen, Liegengebliebenes aufzuräumen und Zeit zum Reflektieren und Meditieren zu haben. Innen wie Außen. Du hast die Freiheit, in deinem Tempo und mit deinem Interesse auf SAINT MICHELLE zu stöbern. Wenn du auf der Suche nach authentischer und außergewöhnlicher Musik bist, kannst du sicher sein, daß unser Musikkanal einer einzigartige Schatztruhe ist. Unendlicher Unendlichkeitsdrive.

Irgendwann habe ich mir – und meiner bescheidenen CD-Sammlung – gewünscht, daß ich neue Musik kennenlernen kann, mit dem Anspruch, dem Plastikschrott der Musikindustrie entfliehen zu können. Neu im Sinne von neu für mich, unabhängig, wie alt diese Musik wirklich sein mag. Heute wundere ich mich, wie umfangreich die Musikvideosammlung auf YouTube geworden ist- und wie viele gute Musiken es gibt;  Stücke, die ich kenne – und die ich nicht kenne, Musik, die ich vergessen habe und Musik, deren Titel ich nicht wußte, weil ich mich gerade in Trance tanzte, ohne zum DJ rennen zu wollen, mit der Frage, was er denn schon wieder Tolles spiele. Einige DJs hatten freundlichkeitshalber das Plattencover an ihren Glaskasten gestellt, andere gaben, wenn ich es mal tat, und das war wirklich selten, bereitwillig Auskunft.

Ich fand während der Recherche ein Concert von King Crimson, nicht wissend, aus welchem Jahr, aber das ist eigentlich bedeutungslos, weil Kunst zeitlos ist – und gestehe, daß ich es zum ersten Mal hörte, mit einer Begeisterung, die meiner Rezeption mit fünfzehn Jahren entspricht. Ich war so fasziniert, daß ich dieses Concert spontan zugängig gemacht habe, nur wenige Minuten gehört habend, aber mit intuitiver Sicherheit wissend, daß dieses Concert eines der besten der Prog-Rock-Aera ist. Pioneerarbeit de Luxe.

Cowgirl in the sand. Neil Young kam als vierter Musiker zu Crosby, Stills & Nash; seit dem gemeinsamen Auftritt in Woodstock wußte fast jeder Teenager, wer Neil Young war – von seiner Stimme her und dem kurz darauf erscheinenden Solo-Album Harvest.

Daß er in früher Kindheit mehrmals schwer erkrankte – Diabetes, Epilepsie und eine Polioinfektion (mit Lähmung der linken Körperhälfte) -, teilte mir damals keiner mit, und auch nicht, welche Kräfte er mobilisierte, um gesund zu werden. Einer seiner Songs – Helpless – zeugt von dieser Zeit.

Auf CHANNEL SAINT MICHELLE findest du einige seiner schönsten Stücke: Heart Of Gold, Down By The River, Cowgirl In The Sand und natürlich Southern Man, Déja Vu, Carry On und Woodstock – zusammen mit Crosby, Stills & Nash.