Ekstatische Trance

AUS: DIE GÖTTIN IN DER SCHULE

Worpswede – Rundhaus 2009

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Anamo und Tammo verwandelten den indianischen Tempel in ein neuzeitliches Khajuraho. Der Altar war geschmückt mit Skulpturen thailändischer Göttinnen und Götter, einem hölzernen Vajra, den Anamo auch gerne als Dildo benutzte und einer handgeschnitzten Yoni, die sie auf einem Holzworkshop selbst geschnitzt hatte. Tammo zündete die Kerzen an, die den Raum in ein Lichtparadies verwandelten.

„Magst du den Geruch von Moschus-Sandelholz?“

Tammo fragte, Anamo nickte.

Dann tauschten sie die Vorhänge mit indianischen Mustern gegen schlichte, dunkelrote Vorhänge aus. Auch der Futon bekam ein dunkelrotes Laken, das Bettzeug war eine Melange aus dunkelrot, rot und orange. Tammo drapierte Rosen, auch im gleichen farblichen Dreiklang, in einer dunkelroten, fast schwarzen Vase. Anamo saß vor der Stereoanlage und betrachtete ihre umfangreiche CD-Sammlung.

Osibisa oder Santana?“

Santana. Live at the Fillmore.“ Tammo nickte.

Beide liebten Soul sacrifice und nutzten Santanas Musik, um die Wirbelsäule mit spontanen, weichen und kraftvollen Bewegungen wach zu machen. Anamo hatte eine ausgesprochen gute Anlage. Zwar war das Haus ohnehin schall-isoliert gebaut, doch für ihren Tempel hatte sie besondere Vorkehrungen getroffen. Sie liebte es, Oshos Meditationen mit lauter Musik zu zelebrieren, sie kam in ihre Kraft, wenn sie schreien, kreischen, springen, stampfen und trampeln konnte.

Tammo stellte die letzte Rose liebevoll in die Vase, zog sein Hemd aus, während sein Körper anfing zu tanzen. Anamo machte es ebenso. Beide tanzten. Sie brauchten nicht lange, dann befanden sie sich in einer ekstatischen Trance. Anschließend gingen sie in das Badezimmer.